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#change11 – Welcome to Change: Education, Learning, and Technology!

#change11: Next mooc – new challenges and new opportunities

Some short facts

Facilitators of this mooc (massive open online course) are G. Siemens, S. Downes and D. Cormier – reason enough to participate, not only because these three have had over 10.000 participants in the various courses they’ve run since 2008. The new change mooc is starting with about 1300 participants. The concept reminds me a bit of that of the #opco11 mooc: with each week being facilitated with an online-session by an innovative thinker, researcher, and scholar. Over 30 of them. From 11 different countries. The draft schedule is available here. However here we´ve a duration of 35 weeks (September 12, 2011 – May 2012), and thus a much larger challenge.

Main questions to discuss

How does learning change when formal boundaries are reduced? What is the future of learning? What role with educators play in this future? What types of institutions does society need to respond to hyper-growth of knowledge and rapid dissemination of information? How do the roles of learners and educators change when knowledge is ubiquitous? Yes, and again, most of these questions were discussed in the #opco11 mooc, but now with a much more international group of participants and that makes it exciting!

The 1st week – Orientation Week

First of all: I think it’s important to register, because the daily newsletter is an good added value. The newsletter provides an easy introduction to the more connectivism. Here is the agenda for the first week: Monday: Personal Reflections; Tues: How to participate; Wed: Getting setup: blogs and gRSShopper; Thurs: Research projects in this open course; Fri: Your goals and expectations.

Expectations and warnings

If you look at the mooc scene, you will find that mooc’s have eager supporters, but also avid criticizers. A mooc has nothing to do with a classical setup of a learning course. A mooc is a new knowledge, networking and learning method. And as new things get tested, they will always have their enthusiasts and adversaries. That’s why I think the intro statements of G. Siemens, D. Cormier and S. Downs are very important, in order to avoid false expectations raised while the next 35 weeks. And also important, as S. Downs writes: “Don’t let it intimidate you. Think of it as being like a grocery store or marketplace. Nobody is expected to sample and try everything. Rather, the purpose is to provide a wide selection to allow you to pick and choose what’s of interest to you.”

So, good luck and staying power for the next 35 weeks! To be continued…

#opco11 Nachlese: Gelungenes Experiment – nachhaltige Erkenntnisse?

Opco-Puschel – ein echter Wiedererkennungs- und Zusammengehörigkeits-Markenzeichen, von dem sich einige TeilnehmerInnen nur schwer trennen konnten.

(Bildquelle: Opco-Puschel – ein echter Wiedererkennungs- und Zusammengehörigkeits-Markenzeichen, von dem sich einige TeilnehmerInnen nur schwer trennen konnten.)

11 Wochen Opco11

Offiziell ist der erste deutschsprachige offene Onlinekurs bereits in der Woche 11: (11. – 17. Juli) zu Ende gegangen, die Nachwirkungen halten jedoch, hoffentlich noch lange an, wie zum Beispiel die Initiativen von J. Hamadeh, L. Reß, D. Giebel oder H. Sievert zeigen. Auch dieser Tweet von T. Larbig, der reichlich kommentiert wurde, spiegelt etwas die Stimmung vieler Teilnehmer nach dem Opco wider:

Tweet-Larbig

Gelungenes Experiment!

Zu allererst ein mutiges Experiment den ersten deutschsprachigen MOOC, nach dem Vorbild von G. Siemens und S. Downes zu initiieren. Natürlich wurde der OPCO nicht von „unbeschriebenen Blättern“ ins Leben gerufen, sondern von zwei langjährig in der E-Learningszene bekannten Persönlichkeiten, die jeweils sehr gut vernetzt sind. Das besonders Glückliche bei dieser Zusammenarbeit ist der leicht unterschiedliche Erfahrungshintergrund der beiden Hauptprotagonisten, die sich regelmäßig zu diesen Themen auf Tagungen etc. austauschen. Claudia Bremer ist eine Expertin aus dem universitären, mehr forschungsnahen Bereich, während Jochen Robes sich mehr praxisorientiert dem Thema Weiterbildung und lebenslanges Lernen widmet, ohne dabei die wissenschaftliche Fundierung zu vernachlässigen. Theorie und Praxis vereint mit einer Teilnehmeranzahl (rund 800 Anmeldungen gleich zu Beginn), die wirklich als „massiv“ bezeichnet und schon allein deshalb als gelungenes Experiment gewertet werden kann.

Konzept und Methode – eher experimentell!

Wie schreibt A. Brücken in ihrem Blogbeitrag so treffend: “Grundhaltung des OpenCourse aus meiner Sicht: nun lasst uns mal sehen.“ Genau meine Meinung, in einem „offenen Kurs“ ist nun mal vieles offen und nicht vorbestimmt. Das Hauptthema „Zukunft des Lernens“ sowie die sorgfältig untergliederten Teilthemen waren im Kursblog mit einer umfangreichen Quellensammlung und anregenden Fragestellung angereichert. Ein Lernziel aber suchte manch einer sicher vergebens. Und das war die eigentliche Herausforderung, individuell aus dem Angebot und der sehr dynamischen Vernetzung, für sich selbst als Lerner einen Mehrwert (oberstes Lernziel) zu gewinnen. Das konnte z.B. der Hinweis auf bestimmte Tools und Einsatzszenarien sein. Durch die Expertenrunden bestand aber auch die Möglichkeit, deren Meinung zu bestimmten, dezidierten Themen (z.B. Mikro-Learning) einzuholen und zu reflektieren, also mehr inhaltlich zu lernen. Genau diese Bandbreite von Angeboten macht die Herausforderung eines MOOC´s eben aus.

Nachhaltige Erkenntnisse?

Zunächst einmal hat ein MOOC wenig mit einem allgemein bekannten „Kurssetting“ zu tun (vgl. G. Siemens). Ob dies allen opco-Teilnehmern bekannt war, bzw. ist? Etwas unglücklich darüber, meint C. Bremer dazu: „Das Wording schafft eine falsche Erwartungshaltung“. J. Robes diagnostiziert, dass „viele Probleme hängen an dem blöden Kursbegriff“. Richtig, also kann in zukünftigen MOOC´s nur vor der falschen Erwartungshaltung gewarnt werden. Ein MOOC lebt eben noch mehr und auf eine noch anspruchsvollere Weise von den Aktivitäten der Teilnehmer und nicht in erster Linie von den Beiträgen der Organisatoren. Apropos Teilnehmer, Anfangs war die Rede von ca. 800 Anmeldungen, an der Abschlussbefragung haben immerhin 64 teilgenommen – nein hier folgt keine neue Lurkermotivationsdebatte. Weitere nachhaltige Erkenntnisse ergeben sich bestimmt – spätestens bei der Teilnahme/Organisation des nächsten MOOC´s, das ist sicher!

Wichtigstes Lerntool: Twitter?

Wer hätte das gedacht, nicht nur als Teilnehmer gefühlt, sondern auch in der Abschlussumfrage wird Twitter als der wichtigste Kommunikationskanal (56,3%) zur Teilnahme am Kurs genannt, allerdings dicht gefolgt vom Kursblog (46,9%). Letzteres spricht für den übersichtlichen Aufbau des Blogs und die interessanten Blogbeiträge sowie Kommentare der Teilnehmer, auch wenn die Meinungen in der Umfrage darüber teilweise auseinander gehen (vgl. Umfrageergebnis Frage 7.). Mit diesem so eindeutigen Ergebnis für Twitter hätte ich nicht gerechnet. Unabhängig von Twitter – die beachtliche Vorarbeit auf Seiten der Organisatoren, bei der sorgfältigen Zusammenstellung des Kursblogangebotes hat sich auf jeden Fall gelohnt, davon werde ich im Nachgang noch einige Zeit profitieren.

Lobkultur fördern – herzlichen Dank!

Die Sache mit dem halbvollen (!) Glas… Glück gehabt, dass ich bei diesem sehr gelungenen Experiment dabei sein durfte. Nach meiner Wahrnehmung gab es ganz viel Lob für diesen gelungenen Auftakt und natürlich auch ein wenig Kritik und sogar Selbstkritik. Ich meine, dass mehr Gelassenheit auf allen Seiten dazu führt, dass mehr solcher hervorragender Experimente gewagt werden. Dazu ist es auch und gerade in der Onlinekommunikation wichtig (insbesondere im deutschsprachigen Raum!) die Lobkultur mehr zu fördern. Also abschließend ein ganz großes Lob für diesen anerkennenswert, gelungenen MOOC, verbunden mit einem ganz herzlichen Dank an die Hauptinitiatoren Claudia Bremer, Jochen Robes und David Weiß (just in time service admin – super).

Woche 10 (4. – 10. Juli): Gut lernen für die Zukunft? Lernen für eine gute Zukunft? Qualität im lebenslangen Lernen

lebenslanges Lernen

Von wegen Endspurt: Qualität im lebenslangen Lernen (Bildquelle)

Das Thema der 10. Woche des Opco11 ist eine große Herausforderung. Es ist nicht trivial und wohl bislang nur wenig erforscht, insbesondere vor dem Hintergrund des beschleunigten Wandels, in der die Informationstechnologie eine zunehmend wichtigere Rolle einnimmt und die Halbwertszeit des Wissens dramatisch abnimmt. Die Bedeutung von Netzwerken nimmt weiter zu, während die Aktualitätslücke in der Wissensvermittlung immer größer wird. (vgl. G. Siemens)

Vernetztes Lernen fordert mehr Selbstbestimmung und -verantwortung

Auch wenn man den Postulaten des Konnektivismus nicht in allen Punkten zustimmt, so wird sich allein aufgrund der zunehmend vielfältigen Möglichkeiten des vernetzten Lernens die Situation in Hinblick auf lebenslanges Lernen in Zukunft deutlich mehr hin zum selbstgesteuerten bzw. selbstverantworteten Lernen entwickeln. Vor diesem Hintergrund sind die auf der Opco-Seite gestellten Fragen sehr zentral:

  1. Müssen wir jeder und jede für sich selbst in Zukunft die Qualität sichern – da lebenslanges Lernen ja wirklich viel zu vielfältig und verschieden sein kann, um einen allgemeinen Ansatz dazu zu machen?
  2. Oder müssen Bildungsangebote und -anbieter dafür sorgen, dass lebenslanges Lernen dazu passt, was wir brauchen und sich dabei um eine gute Qualität kümmern?
  3. Kann man im Zuge von lebenslangem Lernen noch von einer “objektiven” Bildungsqualität sprechen?

Beteiligte, die sich finden müssen

Die Antworten auf die o.g. Fragen erfordern mindestens zwei Perspektiven, nämlich die des Lerners sowie die des Bildungsanbieters, die man zunächst getrennt betrachten kann, die aber auf keinen Fall ohne Wechselwirkung sind. Muss der selbstbestimmte Lerner in Zukunft seine Lernqualität selber sichern? Musste er das nicht schon immer? Letztlich entscheidet der Lerner selbst über seine Qualitätsdimensionen. Diese könnten vereinfacht zum Beispiel in der Festlegung seines Lernziels liegen, die Lerneffizienz über die eigene Zeitplanung berücksichtigen bis hin zu einem wie auch immer gearteten Budget, was er dafür vorsieht. Ein schönes und ebenso pragmatisches Beispiel beschreibt Jasmin Hamadeh in ihrem Beitrag „Können wir Qualität zu selbstorganisierten Lernprozessen hinzu liefern?“ In diesem Beitrag fließt auch gleich die zweite Perspektive bzw. die Wechselwirkung ein. Die Autorin fordert, “Gib mir Zwang.“ (zeitliche Dimension), „Stand by my side“ (kollaborative Dimension), „Experten her!“ (Fachkompetenz-Dimension), „Ich brauch ein Navi“ (Betreuungs-Dimension). Hier wird die Wechselwirkung zwischen dem Lerner, einer Community of Practice und ggf. einem Bildungsanbieter im Lernprozess beschrieben. So wird nicht nur das Lernen, sondern auch die Qualitätssicherung sehr individuell.

Opco11, ein vorbildliches Beispiel für den Wandel

Wenn in einem solchen laufenden Lehr-/Lern-Prozess (nicht erst nach Abschluss!) im Sinne der Qualitätssicherung nachgesteuert wird, dann ist das insbesondere für den Bildungsanbieter eine große Herausforderung, die in Zukunft aufgrund der medientechnischen Möglichkeiten immer anspruchsvoller wird. Das Opco11-Team hat dies in einigen Situationen vorbildlich, also schön nach klassischem Qualitätssicherungsprinzip (pdca-Zyklus) geschafft. Plan: vgl. Opco11-Website, Do: vielfach vernetzte Beiträge der Teilnehmer und Referenten, Check: Beobachtung verschiedener Feedbackkanäle (sicher mit die größte Herausforderung!), Act: Anpassung z.B. des Konzeptes der Online-Session´s, soweit auch die Experten so flexibel waren.

Die Wechselwirkung macht´s …

Qualität zu bestimmen, bedeutet immer eine Referenz (Qualitätsziele, Standards, Expertenfeedback, usw.) zu haben, mit der man individuelle Qualitätsergebnisse vergleichen kann. So individuell diese Ziele und Ergebnisse auch sind, eine „gewisse Objektivität“ erfordert eine qualifizierte Referenz. Welche Maßstäbe an diese qualifizierte Referenz im Einzelfall zu setzen sind, hängt sicher wieder individuell davon ab, was der Lerner erreichen möchte. Also z. B. für eine Privatpilotenlizenz ist eine Flugschule eine geeignete Referenz, während für einen akademischen Abschluss eine Universität oder Hochschule eine entsprechende Referenz darstellt. Ob damit allerdings “objektive” Bildungsqualität gesichert werden kann? Was ist eigentlich „objektive“ Bildungsqualität?

E-Portfolio als die Chance?

Qualität im lebenslangen Lernen, bedeutet insbesondere Lernergebnisse,-erfolge inklusive der o.g. Bewertung durch eine geeignete Referenz zu dokumentieren. Hier sehe ich die Chance für den Einsatz von E-Portfolios, wie bereits auch an einigen Schulen (z.B. in Hessen) und Hochschulen (z.B. TUHH, JL-Uni Giessen) praktiziert wird. Irre ich mich, oder wäre dieses Instrument nicht gerade für die Qualitätssicherung im Prozess des lebenslangen Lernens quasi prädestiniert? Warum findet dieses Instrument so wenig Verbreitung? Was sind dabei die größten Herausforderungen? Wie sieht es z.B. mit der Portabilität aus? Wie kann der Lerner seine Daten zukunftsorieniert, persönlich sichern?

Weitere Stellungnahmen, Anregungen und Fragen sind im Etherpad zu finden. Wir dürfen auf eine anregende Diskussion in der Online-Session gespannt sein.

#opco11 Kurz, kürzer, micro: Was macht eigentlich noch satt? Microblogging & Microlearning – Impulserhaltung im Microformat?

Das Thema der 9. Woche im Opco11 Microblogging und Microlearning ist ein weiterer sehr zukunftsorientierter Blick auf den Wandel in der Kommunikation und damit auch beim Lernen.

Der Blogeintrag von Gaby Goldberg und insbesondere das darin gepostete Bild (übrigens das Ding wird auch als „Newtons Wiege“ bezeichnet) inspiriert mich zum Thema Microlearning kurz eine etwas andere Perspektive zu reflektieren. Für mich als Physiker ist das Bild mit einem wichtigen Begriff aus der Physik verbunden, nämlich der Impulserhaltungssatz.

ImpulserhaltungBildquelle. Stellt sich also die Frage: Wie könnte dieses Bild für die Umsetzung von Lehr-/Lernszenarien interpretiert werden? Zur Vereinfachung betrachten wir mal eine eins zu eins Lehr-/Lernsituation, in der der Lehrer dem Lerner einen Impuls gibt (Mikrocontent ggf. mit Frage-/Aufgabenstellung) und Lerner diesen Impuls (es gilt die Impulserhaltung) aufnimmt und anschließend wieder an den Lehrer zurückgibt (idealer Fall: elastischer Stoß).

Diese Wechselwirkung weitergedacht landen wir u.U. beim klassischen Lehr/Lerngespräch, das sowohl in formellen als auch informellen Szenarien stattfinden kann. D.h. aus meiner Sicht muß Microlearning nicht notwendigerweise informell sein. Das Schöne ist, im Idealfall lernen Beide dabei und oftmals ist eine exakte inhaltliche Entwicklung des Szenarios nicht vorhersagbar.

Soweit so gut. Und was ist jetzt das Besondere an Microlearning? Hier kommen jetzt wieder die neuen Möglichkeiten (social media usw.) zum Einsatz. Der Impuls kann asynchron ausgelöst werden und erreicht eine Vielzahl von Beteiligten, die auch wiederum asychron, nach ihrem aktuellen Kenntnisstand beitragen können. Also ein Potenzial, dass Gaby Goldberg als Impuls zur Auslösung einer Kettenreaktion beschreibt, bei der eher das Bild mit den Dominosteinen (Dominoeffekt) zutrifft. Oder gilt hier doch noch die Impulserhaltung?

Eigene Erfahrung: Abgesehen von dem allgegenwärtigen Twitter, das gerade aktuell beim vernetzen Lernen in offenen Lehr-/Lernszenarien äußerst wertvoll ist, haben wir zur internen Kommunikation (Verwaltung und Professoren) an unserer Hochschule ein Mikrobloggingtool im Einsatz: Yammer. Wir haben dafür keine Schulung benötigt bzw angesetzt. Die allgemeine Akzeptanz bei den Benutzern ist schon nach sehr kurzer Zeit enorm hoch. Noch gibt es bei uns keine verbindliche Policy, alles über Yammer abzuwickeln. Ein parallel betriebener interner Blog, als angedachte Alternative, findet nicht annähernd eine vergleichbare Akzeptanz, obwohl hier eine ausführliche Anleitung zur Verfügung steht.

Nicht nur in der Unternehmenskommunikation, sondern auch in unterschiedlichen Lehr-/Lernszenarien (vgl. z.B. Jane Hart) sind noch reichlich Potenziale für den Einsatz von Microlearning und –bloggingtools, die mit zunehmend verbesserter Usability auch eine zunehmend höhere Akzeptanz im Alltag finden werden. Die Frage ob Mikro oder Makro ist nicht so entscheidend, denn viele Mikrobeiträge führen schließlich wieder zu einem Makroergebnis ;-).

#Opco11 Lernen kann doch jeder, oder? Über Kompetenzen und Bildung – kurze Reflexion des ITG-Festivals

Öfter mal was Neues: diese Woche im Opco11 ein bekanntes Thema  in einem mehr oder weniger bekannten Format. Was war neu? Die Story, in die das Thema eingebunden war, nämlich ein „ITG-Festival“ oder, ausgeschrieben: „Festival der Informationstechnischen Grundbildung“. Der Festival-Organisator, Christian Spannagel, bekennender „Wave-Gotik-Treffen“-Fan, hat seine Aufgabenstruktur in eine Festival-Struktur mit fünf Konzerten (Dank Lore Reß, wurden es sogar sechs) übertragen und als „Konzertsaal“ jeweils ein Etherpad vorstrukturiert. In einer zugehörigen Audioboo-Ankündigung erläuterte C. Spannagel die Fragestellungen – wo war hier eigentlich die passende Hintergrundmusik?

Asynchron/Synchron: Die Mitarbeit der #opco11 Teilnehmer im Vorfeld war für mich überraschend gut (von wegen 90-9-1), so dass das Wagnis, innerhalb einer halben Stunde Synchronarbeit via Etherpad/EtherpadChat zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen, halbwegs aufgegangen ist. Natürlich bei sechs parallelen Gruppen, gingen die Meinungen über die Qualität dieser Form von Kollaboration stark auseinander. Ein vom Initiator angedachter Wechsel der Konzerte war praktisch in der kurzen Zeit nicht möglich – die Räume waren teilweise voll ausgebucht (free Etherpad=max. 16 User).

Wie im richtigen Leben: Ja, es war ein wenig chaotisch und kaum zu glauben, das Wetter (besser Unwetter) war allgegenwärtig auch im virtuellen Konzert. Beide Moderatoren wetterbedingt verhindert. Adobe Connect Server oder das Netzwerk zu Beginn wenig performant (vielleicht auch Unwetterbedingt?), aber deshalb von einem Reinfall zu berichten, ist wohl eher eine Ausnahme. Nein, ich meine es war ein sehr anspruchsvolles Konzept, dass eine gute Vorbereitung auf beiden Seiten, also auch bei den Teilnehmern erforderte.

Qualitätssicherung: Dass ist das Schöne an einem offenen Kurs, jeder (!) kann sich einbringen und damit die Qualität beeinflussen und damit auch sichern. Insofern kann man zwar über die Eigendynamik der Technik schimpfen, aber was die Inhalte angeht, fasse sich jeder an die eigene Nase, oder?

Überraschung – Chatnutzung im Vergleich zu Audio/Videobeiträgen überwiegt: Obwohl ich Zehnfingertechnik zum Schreiben sehr gut beherrsche, bin ich nicht der hochmotivierte Turbotipper, sondern nutze viel lieber Audio/Videokanäle, wenn vorhanden. Für mich überraschend: in der anschließenden offenen Online-Reflexion via Adobe Connect meldete sich kaum ein Teilnehmer per Wortmeldung, aber im Chat wurde wieder turbogetippt, mit wertvollen Beiträgen! Fehlt hier die technische Ausstattung oder einfach der Mut?

Fazit: Gelernt wurde das meiste asynchron, das synchrone „ITG-Festival“ war ein gelungenes Experiment, etwas knapp in der Zeit bemessen, aber für die Klärung/Diskussion offener Fragen zu den im Vorfeld eingestellten Beiträgen ausreichend. Vielen Dank für die Organisation, das etwas andere Format und vor allem die gute Vorstrukturierung/Vorbereitung an Prof. Dr. Christian Spannagel, den großen Konzertmeister!