Nach Einschätzung des Horizon Reports 2012 HE werden die Ansätze von Game-Based Learning (GBL) in den nächsten zwei bis drei Jahren vermehrt in den Hochschulbereich einfließen – schön wär´s :-). Klingt skeptisch, ist auch so gemeint, denn um diese Vorhersage Wirklichkeit werden zu lassen, gibt es erhebliche Herausforderungen und einige andere Prioritäten (z.B. ECTS und Bulimie-Lernen) an den Hochschulen.
Reichlich Input – ganz formal und doch so wertvoll 😉
Im Rahmen der opco12 Online-Session waren als Experten Christoph Deeg und Son Le eingeladen über ihre Erfahrungen zu berichten. Für mich sehr lohnenswert die beiden Vorträge und anregenden Diskussionsbeiträge im Chat in der Aufzeichnung zu sehen:
Dank an das fleißige opco12-Team: Aus den Chatbeiträgen der Teilnehmer entstand eine Liste mit vielen interessanten Links.
Chancen des GBL: Ich spiele – also lerne ich!
An dem sehr enthusiastischen Einstieg von Christoph Deeg ist sofort zu erkennen: hier spricht ein bekennender Gamer. Recht hat er, man kann viel abwägen und in theoretischen Konzepten schwelgen, erst die eigene Erfahrung bringt das Erlebnis – Deeg lädt deshalb schon mal zur gamescom 2012 nach Köln ein. Aus seiner Sicht liegen in GBL eine Reihe wertvoller Chancen Lernen attraktiver zu gestalten. Schon die Möglichkeit des spielerischen Umgangs mit verschiedenen Inhalten dient als Einstiegsmotivation. Lernen durch unmittelbares Anwenden in Try-and-Fail-Systemen ist in der Regel informelles Lernen und lebt von der intrinsischen Motivation. Dies bestätigt auch Son Le in seinem Beitrag, in dem er feststellt, dass beim Spielen die Faszination wesentlich größer ist, als z.B. beim Lernen via CBT/WBT. Die hohe intrinsische Motivation erzeugt Flow beim Lernen. Für ihn ist der Idealfall das sogenannte Stealth Learning, also „getarntes Lernen“, der Lerner bemerkt nicht, dass er etwas lernt bzw. das Ziel gehabt hat, etwas zu lernen.
Herausforderungen beim GBL
Das Spielvergnügen hängt zunächst mit der Qualität der Spiele zusammen. Mit digitalen Spielen einen faszinierenden Spielspaß zu erzeugen, bedeutet in der Regel einen extrem hohen Aufwand/Kosten in der Produktion solcher Spiele. Lernspiele die sich stark an didaktischen Konzepten orientieren, sind oftmals nicht mit einem Flow-bringenden Spielspaß verbunden. D.h. sobald digitales GBL zu einer Instrumentalisierung führt, ergibt sich daraus häufig auch eine mehr formale Lernsituation, die wiederum nicht zu den o.g. positiven Effekten führt. Beide Referenten sind sich einig: um einen nachhaltigen Lerneffekt zu erzeugen, also bei der Übertragung des im Spiel Gelernten auf das wahre Leben, ist eine pädagogische Begleitung erforderlich. Ab wann wird dies eigentlich in der pädagogischen Ausbildung berücksichtigt ;-)? Die Akzeptanz von Spielen zu Lernzwecken ist gerade in unserer Gesellschaft noch ausbaufähig, deshalb sind auch die Lernumgebungen (auch die LMS) nur selten Spiele-kompatibel.
Fazit – Balanceakt
Kann man Lernen mit Hilfe von Spielen instrumentalisieren? Sollte man dies tun? In jedem Fall hängt der Erfolg von digitalem GBL von einer geeigneten Balance zwischen dem Vermitteln von Lerninhalten und intrinsisch motivierten Spielfaszination ab. Und genau diese Balance zwischen Spielspaß und Wissensvermittlung gilt es zu finden. Die technische Weiterentwicklung insbesondere mobiler Endgeräte in Verbindung mit Ideen aus der erweiterten Realität (Augmented Reality) sowie dem Storytelling führt bereits zum nächsten Trend, dem Mobile Gaming oder Location Based Gaming in dem sicher auch einiges an Potenzial steckt ohne das der Aufwand gleich in Höhen von Hollywoodbudgets schnellt. Warum gibt es eigentlich in diesem Feld nicht mehr Kollaboration zwischen interessierten Hochschulen im Sinne einer OER-Entwicklung?
Diese Woche, vom 2. – 4. Mai findet zum sechsten Mal die re:publica in Berlin statt. Das diesjährige Motto lautet ACT!ON. Schon die Schreibweise ACT!ON soll die Schubkraft sozialer Medien symbolisieren. Nicht nur für politische Bewegungen sondern in fast allen gesellschaftlichen Bereichen hat durch die digital-soziale Vernetzung ein unumkehrbarer Wandel eingesetzt.
Themenvielfalt garantiert
Allein die rückblickenden Zahlen der re:publica ´11 beeindrucken schon: 3.000 Teilnehmer, 160 Stunden Programm verteilt auf drei Tage und acht Bühnen, 270 Redner aus über 30 Ländern usw. Dieses Jahr sind übrigens bereits rund 200 Stunden Programm geplant. Die vielfältigen Themenangebote (insgesamt 14 Tracks) reichen von zum Beispiel re:Design: „Wie kann man gestalterische Grundlagen für gesellschaftliche Interaktion schaffen?“ über re:Learn: „Wie lernen wir heute?“ bis zu re:Volt: „Die Welt ist in Aufruhr. Neben den anhaltenden Proteste im Nahen Osten, tauchen weltweite Proteste gegen ACTA oder Aktionen der Anonymous Bewegung immer wieder in den Schlagzeilen auf…“
Zukunft des Lernens – re:Learn
In diesem Track geht es um die Zukunft des Lernens ausgehend von der Frage: Wie lernen wir heute? Was sind die rechtlichen und sozialen Grundvoraussetzungen für den Austausch von Wissen? Wie verändern digitale Medien die Arbeit von Universitäten und Schulen? Gleich am ersten Tag wird das Thema Wissenschaft und Open Educational Ressources (OER) im Vordergrund stehen. Passend dazu hat Oliver Tacke eine Idee entwickelt, die zu unserem gemeinsam Beitrag führt: Raus aus dem Elfenbeinturm! Forschung und Lehre zum Mitmachen.
Öffentliche Wissenschaft – Vielfalt der Perspektiven
Zum Paradigmenwechsel hin zum öffentlichen Wissenschaftlicher hat Christian Spannagel bereits vor vier Jahren einen sehr lesenswerten Blogbeitrag verfasst. Matthias Fromm zeigt in seinem Blogbeitrag verschiedene Aspekte offener Wissenschaft auf, die mir sehr gut gefallen, vor allem auch die Relativierungen zum Schluss. Ist Öffentliche Wissenschaft (Open Science), also Forschung und Lehre zum Mitmachen eine gute Idee oder nicht? Wie so oft ist auch die Beantwortung dieser Frage eine Frage des Standpunktes, der eigenen Perspektive und der Rahmenbedingungen. Zum Beispiel zum Forschungsprozess schreibt O. Tacke in seinem Blogbeitrag dazu: “Es geht nicht um das Präsentieren von fertigen Inhalten, sondern um das Erstellen, Prüfen, Verbessern dieser Inhalte durch Forscher, Praktiker und begeisterte Amateure. Wer an der Entwicklung von Wissen mitwirkt, versteht viel besser, was Wissenschaft eigentlich ausmacht und bedeutet.“
Perspektive Lehrender und Wissenschaftler
Kann die o.g. Idealvorstellung von Open Science das wirklich leisten? Im Prozess des Erstellens geht es häufig am Anfang um das Werben und Beantragen von Mitteln, sei es öffentlich oder privatwirtschaftlich gefördert. Es geht also um Wettbewerbsfähigkeit, letztlich genau wie in der Wirtschaft. Auf der anderen Seite sehe ich als Lehrender und Forschender auch die Mehrwerte. Den eigenen Horizont durch Beiträge aus verschiedenen Perspektiven in den Prozess einfließen zu lassen, also in der Tat weniger „Fachidiotentum“ pflegen und gleichzeitig durch kreative Impulse neue Anregungen zu bekommen. Allerdings setzen die Fachdisziplinen vielfach ein profundes Grundwissen voraus, dass eine Beteiligung von „Nichteingeweihten“ äußerst schwierig, bis unmöglich macht. Diesen Aufwand, und das kann ich persönlich auch sehr gut nachvollziehen, scheuen die meisten Wissenschaftler, wie im Übrigen das Beispiel von Scholarpedia zeigt. Hier tauschen sich die Peers, also die jeweilige Fachcommunity intensiv aus. Die intrinsische Bereitschaft des einzelnen Wissenschaftlers ist sehr viel größer, als beispielweise einen Beitrag in Wikipedia zu erstellen, der anschließend unter Umständen von einem fachlichen Laien ggf. verschlimmbessert wird. Letztlich hat dieses Beispiel auch mit der Kompetenz des wissenschaftlichen Arbeitens zu tun, also z.B. auch mit dem Umgang von Primär- und Sekundärquellen.
Perspektive Hochschulleitung
Richtlinien zur Förderung von Lehre, Studium und Forschung gibt es reichlich, selbstverständlich auch an der eigenen Hochschule. Vergleichbare Vereinbarungen/Ordnungsmittel für öffentliche Wissenschaft sind mir bislang allerdings nicht bekannt. Zum Beispiel drängt sich mir die Frage auf: Wie wird eigentlich im Rahmen von wissenschaftlicher Reputation die regelmäßige Pflege und damit Veröffentlichung von Beiträgen in entsprechenden Blogs angesehen bzw. bewertet, im Vergleich zu anderen wissenschaftlichen Veröffentlichungen? Spätestens bei Berufungen könnte eine solche Fragestellung auf die Hochschulleitung zu kommen. Welche motivierenden Rahmenbedingungen können Hochschulleitungen schaffen, um öffentliche Wissenschaft zu fördern? In welchen Fällen ist öffentliche Wissenschaft möglich und wann ggf. auch nicht (Auftragsforschung). Wie könnten die rechtlichen Vereinbarungen im Falle von Sperrvermerken bei Auftragsforschung aussehen? Fragen über Fragen….
Fazit
Das Thema ist außerordentlich vielschichtig, so dass der vorstehende Beitrag nur einen winzig kleinen Ausschnitt gestreift hat. Es gibt eine Flut von offenen Fragen, wie sie zum Beispiel Oliver Tacke am Ende seines Beitrages gesammelt hat. Wir dürfen uns also auf eine anregende Diskussion auf der re:publica 12 mit sicher etlichen inspirierenden Beiträgen freuen – ich bin gespannt.
Heute begann der OpenCourse 2012 (#opco12) mit reichlichen Startaktivitäten nicht nur auf der OPCO12-Website, sondern natürlich auch auf Twitter, YouTube, Scoop.it! usw. 14 Wochen (16.4. – 21.7. 2012), die einen spannenden Erfahrungsaustausch ermöglichen.
Erste Hürde
Bei der Teilnahme an einem MOOC ist es meiner Erfahrung nach gleich zu Beginn wichtig, sich selbst darüber im Klaren zu werden, was ist meine Motivation, was sind meine Ziele und welche Erwartungen habe ich? Diese Standortbestimmung erscheint mir deshalb so wichtig, weil die Teilnahme/Beteiligung aufgrund der gewünschten Vernetzung und der damit verbunden exponentiell anwachsenden Informationsmenge sonst sehr schnell zu Unlust (Frustration, muss es gar nicht sein) und Abbruch führt. Selbst schon ein schlechtes Gewissen fördert nicht den Spaß an der Teilnahme, sollte also tunlichst vermieden werden. Deshalb gilt zum Selbstschutz: selbstgesteuertes Lernen heißt relaxtes Lernen – auf keinen Fall gestresstes Lernen! (vgl. zum Beispiel S. Downes)
Wichtigster Parameter – eigenes Investment Zeit!
Also, wie viel Zeit bin ich bereit zu investieren? Ich orientiere mich mal an dem vom Veranstalter für die studentischen Teilnehmer angesetzten Workload von 2 ECTS, dann wären das 2×30 Stunden gesamt, also im Mittel 60h/14Wochen = 4,3 Stunden/Woche. Bei großzügiger Aufrundung im Mittel 5 Stunden/Woche oder 1 Stunde/Tag. Betonung liegt auf „im Mittel“ und sollte für den entsprechenden ROI machbar sein.
Nachdem der Zeitansatz geklärt ist: Wie sieht meine Motivation aus? Mein Fokus ist auf drei Bereiche gerichtet: 1. Die Freude am Lernen und Vernetzen, viele interessante Menschen kennen zulernen führt bei mir zu hoher intrinsischer Motivation. 2. Durch meine Aufgaben in der Hochschulleitung bin ich zwar zeitlich etwas limitiert, aber inhaltlich verantwortlich für die Zukunft von Lehre und Forschung an einer jungen, dynamischen Hochschule. Diese spannende Entwicklungsaufgabe führt ebenfalls zu hoher Motivation. 3. Seit etlichen Jahren liegt mein Forschungsinteresse im Bereich der Entwicklung neuer Lehr-/Lernszenarien durch den passenden Einsatz von Technologie. Im Übrigen ist für mich die konnektivistische Art des Lernen eine weitere Motivationshilfe: lieber selbstbestimmt als fremdgesteuert!
Ziele, die motivieren…
Von der etwas abstrakten Motivation zu konkreteren Zielen: Inhaltlich bin ich mit den von den Veranstaltern angestrebten Zielen konform, glaube aber nicht, dass mein dafür angesetzter Workload ausreicht, weil ich parallel mit den gewonnenen Erkenntnissen den einen oder anderen Veränderungsprozess anschieben möchte.
Zum Beispiel werde ich ein studentisches Projekt „Apps@HSW“ anschieben, das eine fundierte Analyse zu verschiedenen angrenzenden Fragestellungen liefern soll: Was Studierende für mobiles Lernen & Informieren erwarten? Was sind die wichtigsten Herausforderungen für die Entwicklung des Marktes für mobile Anwendungen in den nächsten Jahren? Auf welchen didaktischen Prinzipien beruhen mobile Lernangebote? Welche Angebote sind in einem ersten Schritt an der HSW sinnvoll? Auf Basis der Analyse sollen Ideen und erste Konzepte entwickelt werden, die zu einer ersten App@HSW führen usw.
Ich werde dazu entsprechende Linksammlungen (Diigo-Tags) erstellen, die OPCO-News lesen und pflegen, mit meinem Kollegen gemeinsam jeweils einen Beitrag im HSW-Learningblog schreiben, ScoopIt „Zukunft des Lernens“ mit interessanten Beiträgen von opco12 bereichern und natürlich regelmäßig twittern… …soweit es das angesetzte Zeitkontingent erlaubt ;-).
Erwartungen und der ROI
Ist das nicht phantastisch, der opco12, ein kostenloses Angebot in dieser wissenschaftlich fundierten Qualität und jeder kann teilnehmen? Wo liegt das Problem? Was nichts kostet, ist auch nichts wert? Also im wahrsten Sinne des Wortes „umsonst“? Tja, bei einer reinen Konsumhaltung könnte es umsonst sein, weil ich Teilnehmer irgendetwas vermisse. Aber genau in dieser Situation bin ich gefordert, mich einzubringen! Wie? Persönlich werde ich mich bei meiner Teilnahme/Beteiligung an dem Modell/Vorgehen von D. Cormier orientieren:
Meine Erfahrung zeigt, je mehr ich mich einbringe umso mehr kann ich gestalten und umso eher werden meine eigenen Erwartungen erfüllt. Wenn ich wie oben beschrieben mein Investment einbringe, erhalte ich fast immer einen sehr wertvollen, nachhaltigen ROI, der mich persönlich und meine Hochschule weiterbringen wird. Ich bin sehr gespannt auf weitere Beiträge dieser Art (bitte gerne verlinken!) und freue mich auf die vielen neuen Impulse :-).
In genau vierzehn Tagen, am 16. Arpil 2012, geht´s los mit dem OpenCourse 12 (#opco12) auf den sicher schon viele Teilnehmer des letztjährigen OpenCourse 2011 (#opco11) gewartet haben.
Auch dieses Mal geht es um die Zukunft des Lernens und zwar mit Hilfe der Analyse des NMC Horizon Reports 2012 – Higher Education Edition. Das Hauptaugenmerk ist gerichtet auf sechs technische Trends, bei denen bereits heute klar ist, dass sie einen Einfluss auf die Entwicklung neuer Lehr-/Lernszenarien haben werden. Das folgende Einführungsvideo beschreibt diese Trends kurz:
Der OpenCourse – ein vielschichtiges Format
Auf der Startseite des opco12 wird das Konzept des OpenCourse auf das ursprüngliche Format eines MOOC (Massive Open Online Course) zurückgeführt, das von S. Downes und G. Siemens im Zusammenhang mit dem neuen Lernmodell des Konnektivismus als typisch für vernetztes Lernen entwickelt wurde. Die Besonderheit dieses Formates liegt in der hohen Selbstverantwortung einer wohl noch seltenen Spezies, nämlich des möglichst intrinsisch motivierten, selbstbewussten Teilnehmers/Lerners, der sich selbst Lernziele steckt und dessen Medienkompetenz ihn befähigt, auf eine vielfältige, durchaus sehr individuelle Art und Weise teilzunehmen bzw. beizutragen und dies alles in einer hochgradig dezentralen ungeschützten Infrastruktur, gemeint ist die des offenen Internets, im Gegensatz zu einem geschlossenen Lernraum, wie zum Beispiel einem Lernmanagementsystem (LMS).
Diese Aspekte werden oftmals nicht hinter dem trügerischen, klassischen Begriff eines Kurses vermutet, so dass der unbedarfte Teilnehmer manchmal mit anderen Erwartungen seine Teilnahme dann auch zügig wieder beendet bzw. ruhen lässt und ggf. bei der Evaluation seiner Enttäuschung Ausdruck verleiht.
Die oben betrachtete ursprüngliche Form eines MOOC´s hat inzwischen variantenreichen Zuwachs bekommen. Spätestens seit der Durchführung des gigantischen MOOCs „Introduction to Artificial Intelligence“ von Peter Norvig und Sebastian Thrun mit insgesamt ca. 160.000 Teilnehmern dürfte klar sein, dass hierbei eine sehr viel stringentere Organisation notwendig gewesen ist. Neben diesem Beispiel gibt es eine Reihe weiterer OpenCourses, die ein sehr erfahrener Teilnehmer, John S.F. Mak in seinem jüngsten Beitrag in fünf Kategorien/Ansätze einteilt:
instruktivistischer Ansatz – Beispiel o.g. AI-Kurs
sozial-konstruktivistischer Ansatz – Beispiel (Gibt es das schon? Ist mir noch unklar!)
konnektivistische Ansatz – Beispiel Change11 (wie oben beschrieben)
Nicht alle der oben vorgenommenen Zuordnungen kann ich nachvollziehen, aber dass der Stanford-Kurs überwiegend durch Instruktion entstanden ist, ist evident. Während der Change11 von D. Cormier, S. Downes und G. Siemens natürlich dem ursprünglichen MOOC entspricht auch um Erfahrungen mit den Modell des Konnektivismus zu sammeln.
OPCO12 – der Versuch einer Zuordnung
Eine Beurteilung der vorgeschlagenen Kategorisierung überlasse ich lieber den Experten der Didaktik, aber ich kann zumindest feststellen, dass der sicher sehr idealistische konnektivistische Ansatz hier beim opco12 in Reinform nicht mehr vorliegt, schon allein weil dies organisatorisch nicht zu bewerkstelligen wäre. Sobald die Teilnehmer eine wie auch immer geartete Bestätigung/Anerkennung ihrer Kompetenzentwicklung haben möchten, muss der Veranstalter sich etwas einfallen lassen. Das opco12-Team hat sich dazu eine zielgruppenorientierte Mixtur einfallen lassen, die von der klassischen Teilnahmebestätigung bis zum digitalen Online Badges reicht. Von den bis zum 30. März 2012 angemeldeten ca. 920 Teilnehmern möchten ca. 540 eine Teilnehmerbestätigung. Die hohe Nachfrage nach einer solchen Anerkennung gibt den Organisatoren Recht von dem klassischen MOOC-Konzept ein wenig abzuweichen und die Rahmenbedingungen für das Erreichen der Lernziele zu definieren. Vielleicht wird damit die Motivation einiger Teilnehmer weiter gesteigert. Eine Zuordnung zum oben angeführten Modell der fünf Kategorien fällt mir schwer, weil ich meine, dass es sich beim opco12 auch um eine hybride Form eines MOOCs handelt. Welche Kombination der Zuordnung trifft am besten zu? (Ich freue mich auf die Kommentare!)
Eigene Ziele
Da dieser Beitrag bis hierher schon wieder zu lang geraten ist, werde ich meine Ziele in einem späteren Posting genauer beschreiben. Diese werden sicher etwas von den o.g. Rahmenanforderungen abweichen, aber es bleibt ja in diesem Fall jedem Teilnehmer selbst überlassen, ob er die gesamte Freiheit eines ursprünglichen MOOCs genießen möchte, oder lieber eine Bescheinigung (egal ob analog oder digital) erarbeiten will.
Eines aber interessiert mich bereits im Vorfeld: ich möchte gerne verstehen, warum der Titel des opco12 „Trends im E-Teaching“ lautet und was sich die Organisatoren dabei gedacht haben: Ist das etwa ein neuer Trend, eine Art „Backshift: from Learning to Teaching“? 😉
Wenn eine Tagung (Konferenz und Workshops) Handlungskompetenzen vorbereitet
Am 14./15. Februar fand an der Philipps-Universität Marburg die erste deutsche Konferenz zum „Inverted Classroom“ statt. Eingeladen waren Lehrkräfte aller Schulformen sowie Hochschullehrende, Studierende und Wissenschaftler.
Vorgestellt wurden neue, größtenteils schon erprobte Lehr-/Lernszenarien, die dem Modell des „Flipped Classrooms“ (synonym inverted classroom) folgen. In den Workshops ging es um die Praxis, also zum Beispiel auch darum, wie eine Videoproduktion oder besser eine Screencastproduktion gestaltet werden kann.
Wenn nicht jetzt, wann dann…
Getreu meines Mottos habe ich meine Nachlese in Form eines ersten Screencasts festgehalten und damit meine Handlungskompetenz überprüft ;-).
Nachhaltigkeit ist garantiert, aber Vorsicht ist geboten…
Wohl keiner der Konferenzteilnehmer zweifelt mehr an der Nachhaltigkeit des ICM (inverted classroom model), insbesondere bei den inzwischen zahlreichen Beispielen von Jürgen Handke, Jörn Loviscach, Christian Spannagel,Aaron Sams u.v.m., die den Erfolg des neuen Modells eindrucksvoll zeigen. Alle Referenten haben durchaus auch auf die vielschichtigen Probleme bei der Einführung dieser neuen Methode hingewiesen, wobei nicht nur die damit verbundene Mehrarbeit und die Umstellung der Lerner gemeint war, sondern auch das Umfeld, welches ebenfalls durch den Wandel bewegt werden. Wie reagieren Institutionen und insbesondere Kollegen auf den Einsatz solcher Methoden? Was den Lerner betrifft, so hat Christian Spannagel es in seinem Vortrag auf den Punkt gebracht: „There ist no way back!“ …also, Vorsicht ist geboten!
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